Jahres - Beiträge

Hier finden Sie alle Beiträge eines Kalenderjahres.

2016

2015

Aktuelle Projekte

 

bei Bernsau web large

Hier finden Sie alles zum aktuellen Projekt Ruine Bernsau

mehr...


Aus der Geschichte des Heimat- und Bürgervereins

Die Gründung des Vereins

Der heutige Heimat- und Bürgerverein Overath wurde im Jahre 1883 gegründet. Damals nannte er sich Verschönerungsverein Overath, später wurde er auch in Verkehrsverein Overath umbenannt.
Die Protokollbücher des Vereins seit seiner Gründungszeit sind als Originale erhalten und lagern im Archiv der Stadt Overath, zeitgeschichtliche Dokumente, die über die Tätigkeit unseres Vereins während seiner 125jährigen Geschichte Auskunft geben.

Nachfolgend wird der Eintrag über die Gründung des Vereins im Originaltext aus dem "Protocoll-Buch" wiedergegeben:

Sitzung vom 7ten November 1883

Die am heutigen Tage constituierte Versammlung des Verschönerungsvereins zu Overath wählte gemäß §9 des Statuts, welches in einer Vorversammlung im Monat October d.J. genehmigt war, ihren Vorstand und zwar:

zum Präsidenten: den praktischen Arzt Dr. Bamberg
zum Stellvertreter desselben: Vicar Lindenlauf
zum Schriftführer: Gutsbesitzer Thomeé
zu dessen Stellvertreter: Postverwalter Fink,
und zum Rendanten: Gastwirth und Kaufmann J. Schumacher,
welche sämmtlich die Wahl annahmen.

In der Unterhaltung der noch kleinen Anzahl von Mitgliedern wurden schon verschiedene Vorschläge und allgemeine Gesichtspunkte erörtert, welche der Verein bei demnächstiger Fassung seiner Beschlüsse in Erwägung zu ziehen habe. Schließlich wurde als Verhandlungsgegenstand für die nächste Sitzung die Besprechung folgender Frage in Vorschlag gebracht:

"Würde es sich nicht empfehlen als Anfang anderer Anlagen, welche jenseits der Agger unterhalb Lölsberg wegen der schönen Aussicht auf das Dorf Overath besonderen Reiz haben würden, einen den Fluthen Wiederstand leistenden Steg dort anzulegen, wo schon früher ein solcher gewesen ist ? "

Die Versammlung erklärte sich hiermit einverstanden und wurde danach die Sitzung geschlossen.
Nächste Sitzung am Mittwoch, den 5. Dezember 1883.

Der Vorsitzende: Dr. Bamberg
Der Schriftführer: Thomée


Diese Protokollseite kann hier als Faksimile eingesehen werden. Hiermit ist die 125jährige Tradition des Heimat- und Bürgervereins belegt. Seit der Gründungszeit ist unser Verein dem Heimatgedanken verpflichtet und nimmt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten aller Anliegen der Bürgerschaft an, sofern diese im Interesse der Allgemeinheit liegen.


Das Fest zum 125jährigen Bestehen des Vereins



Der Heimat- und Bürgerverein Overath e.V. wurde am 7. November 2008 125 Jahre alt.

Diesen Geburtstag hatten wir verlegt - wie die Queen von England - wegen des zu erwartenden schönen Wetters. Und tatsächlich konnten wir bei strahlendem Sonnenschein am 31. August 2008 im neuen Kulturbahnhof und auf dem Bahnhofsplatz zünftig feiern.

In der Feierstunde am Vormittag begrüßte der 1. Vorsitzende Reinhold Wilmes die Gäste - viele waren gekommen, und die Begrüßungsliste war dementsprechend lang. Neben dem Bürgermeister von Overath, Herrn Andreas Heider, waren auch der 1. Beigeordnete Herr Bernd Sassenhof und weitere Mitglieder der Verwaltung, der Parteien und Fraktionen, Abgeordnete der Ortsvereine und Vertreter der Kirchen erschienen. Als Ehrengäste konnten begrüßt werden: die stellvertretende Landrätin Frau Drewing, Herr Wolfgang Bosbach MdB, Herr Rainer Deppe MdL, und die Bürgermeisterin von Bergisch Gladbach, Frau Hammelrath MdL.
Als Vorsitzender bekräftigte Reinhold Wilmes die Aufgabe des Vereins, weiterhin bei der Stadtentwicklung mitzuarbeiten. Er bezog sich auf das Motto des Verschönerungsvereins von 1897 unter seinem damaligen Vorsitzenden Christian Simons: "Durch das Schöne stets das Gute" und interpretierte das für den jetzigen Verein: "Die Zukunft gestalten - wir sind dabei"
Der Vorsitzende des benachbarten Heimatvereins Eulenthal, Rainer Habers, überbrachte eine Grußbotschaft, sozusagen "von oben herab", weil Eulenthal ja bekanntlich oberhalb von Overath liegt. 


Bürgermeister Andreas Heider wies in der sich anschließenden Festrede auf das Bürgerengagement des Heimat- und Bürgervereins hin und seine Funktion als Bindeglied zwischen Bürgerschaft und Verwaltung. Der Verein habe während seiner 125jährigen Tätigkeit wichtige Impulse gegeben. Besonders durch die in den letzten Jahren angefassten Probleme und die dabei geleistete praktische Arbeit habe der Verein seine Qualität beim Marketing für die Stadt bewiesen - besonders auch wegen seiner politischen Unabhängigkeit. Heider dankte dem Verein für 125 Jahre Arbeit und riet dann aber auch, die Jugendarbeit in Angriff zu nehmen.

 

Herr Wolfgang Bosbach MdB ügberbrachte ein "Grußwort aus der Politik", gekonnt flüssig und rheinisch heiter. Er sprach sich vehement gegen die Heiligenhauser Trasse aus, verstand es geschickt, den Zeitrahmen für die Realisierung des Tunnels nicht anzudeuten und wünschte dem Verein humorvoll-launig alles Gute für die nächsten 125 Jahre.

Die Feierstunde wurde musikalisch festlich umrahmt von barocken Klängen eines Bläserensembles des Blasorchesters Marialinden und von rheinisch-heimatlichen Gesängen des Männergesangvereins Overath von 1918, der mit Sängern aus Immekeppel verstärkt war.

Nach einem Empfang im Foyer des Bahnhofs wurde

 die Fotoschau "Blickpunkte-Overath im Spiegel der Zeit" eröffnet. Sie zeigte Bilder aus dem alten und modernen Overath und eine Übersicht über 125 Jahre Projektarbeit des Vereins.

Auf dem Bahnhofsplatz wurde dem interessierten Publikum eine Oldtimer-Ausstellung mit wunderbar gepflegten und restaurierten Autos, Motorrädern und Traktoren geboten. Eine aus dem Publikum zusammengestellte Jury ermittelte die schönsten Oldtimer, die mit Pokalen geehrt wurden. Diese Pokale wurden durch den Overather Ehrenbürger Henry Maske überreicht, das war die Überraschung des Nachmittags.

Das Siegerfahrzeug war ein silberfarbiges Borgward Isabella Coupé von 1959 mit 75 PS bei 1,5 ltr Hubraum, das dem Overather Manfred Horn gehört.
Als schönster Traktor wurde ein Lanz Bulldog von 1938 gewählt, wunderbar im Lack und chromblitzend - eine Edelversion der ehemaligen Zugmaschine. Der Traktor besitzt eine Einzylindermaschine mit 10,3 ltr. Hubraum bei nur 55 PS. Der Organisator der Ausstellung, unser Vereinsmitglied Rainer Eberhardt, meinte dazu, der habe einen Zylinder "wie ein Marmeladeneimer". 


In der Motoradklasse siegte eine DKW SS600 mit Beiwagen von 1930. Sie gehört Herrn Horst Kolibal und ist das einzige in Deutschland vorhandene Exemplar.


Auch der älteste Teilnehmer wurde geehrt, und das war natürlich Wiili Slama aus Overath mit seinen 85 Jahren. Er nahm mit einer BMW 500 mit Beiwagen von 1963 teil, die als ehemalige Schweizer Polizeimaschine mit 30 PS ausgerüstet war und damit 2 PS mehr besaß als die Normalausführung.



Willi Slama, seine im Beiwagen mitfahrende Lebensgefährtin und das Motorrad waren zusammen 210 Jahre alt - aber alle erstaunlich gut im Lack. Herzlichen Glückwunsch.

Als besondere Attraktion wurden Rundfahrten beim Autokorso durch Overath in einem Oldtimer verlost.

Für die Kinder war ein Nostalgiekarussel aufgebaut worden, es gab einen Ballonflug-Wettbewerb und Kinderspiele von Anno dazumal.

Das musikalische Rahmenprogramm wurde morgens durch die "Oldies" unter der Leitung von Hermann Pathé eröffnet. Am Nachmittag spielte als Overather Traditionsorchester das Tambourkorps und anschließend unterhielt die Bigband des Blasorchesters Marialinden unter der Leitung von Manfred Austen das Publikum mit seinem schmissigen Sound.
Ein besonderer musikalischer Leckerbissen für Heimatfreunde war der Auftritt des Mundartsängers Karl-Heinz Merten in seinem "one-man-bums-life-orchestra".
Aber der musikalische Knaller des Nachmittags waren die "Väter der Liebe". Bei ihren Liedern aus den 50er und 60er Jahren ging das Publikum geradezu enthusisastisch mit - da kamen wohl Erinnerungen an die eigene Jugendzeit hoch.

Für die Beköstigung hatte die ortsansässige Fleischerei Scharrenbroich gesorgt, und das Kölsch floss in Strömen aus den kampferprobten Zapfhähnen von Rainer Habers und seiner Mannschaft.


7. Nov. 2008


Am 125jährigen Geburtstag des Heimat- und Bürgervereins wurde der Stadt Overath ein Ahornbaum übergeben. Dieser Baum war der Stadt vom Heimat- und Bürgerverein aus Anlass seines 125jährigen Bestehens geschenkt worden. Er steht am Kulturbahnhof und soll das Stadtbild verschönern.
Der 1. Vorsitzende Reinhold Wilmes hielt vor einer kleinen Versammlung eine kurze Rede zur Übergabe. Bürgermeister Andreas Heider dankte im Namen der Stadt für den Baum, gratulierte zum 125jährigen Geburtstag und wünschte weiterhin das bürgerschaftliche Engagement des Vereins.
(Bildquelle: KStA-online)


Nachwehen des 125jährigen Bestehens des Vereins

Jan. 2009
Anlässlich der Festveranstaltung zum 125jährigen Bestehen des Heimat- und Bürgervereins Overath am 31. Aug. 2008 wurde auch ein Ballonflugwettbewerb für Kinder durchgeführt.
Dieses Ballonfliegen fand bei den Kindern großen Anklang, das Flugwetter war gut, und so hatte unser Vereinsmitglied Karl-Heinz Werner auch alle Hände voll zu tun, um die Ballons mit Heliumgas zu füllen. Schließlich gingen etwa 200 Ballons auf die Reise und trieben bei überwiegend südlichem Wind über den Ferrenberg davon.

Noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest 2008 standen die Gewinner des Luftballon-wettbewerbs fest. Am weitesten flog der Ballon der 11-jährigen Wibke Vierkötter aus Overath. Er brachte es auf stattliche 200 km Flugstrecke und landete im Emsland, östlich der Stadt Meppen.
Die Plätze zwei und drei belegten Laurens den Brok (9 Jahre alt) und Maike Vierkötter (14 Jahre), beide ebenfalls aus Overath. Ihre Ballons landeten bei Osnabrück bzw. Rheine.

Als Preise wurden den Gewinnern Büchergutscheine über 50 Euro, 30 Euro und 20 Euro ausgehändigt, die sie dann auch umgehend bei der Buchhandlung Bücken + Bücken einlösten und sich ihre Wunschbücher aussuchten.
Der Heimat- und Bürgerverein Overath gratuliert den Gewinnern und wünscht viel Spaß beim Lesen.


125 Jahre Aggertalbahn

Die Inbetriebnahme der Aggertalbahn steht in engem Zusammenhang mit der Gründung des damaligen Verschönerungsvereins zu Overath. Deshalb soll hier über dieses Ereignis berichtet werden.


Vor mehr als 125 Jahren wurde die Aggertalbahn in Betrieb genommen. Am Dienstag, dem 14. Oktober 1884 dampfte sie erstmalig vom Bahnhof Siegburg bis nach Ründeroth, wo ein Festessen im Gasthaus "Im Baumhof" veranstaltet wurde. Auf dem Rückweg gab es für die Bahn "Jubel an allen Bahnhöfen", in Overath sang der Gesangverein und Flammen und bengalisches Feuer erleuchteten den Bahnhof und die umliegenden Gebäude.
Mit der Eisenbahn begann die Zeit im Aggertal schneller zu ticken.

Die „Mülheimer Zeitung“ berichtete am 17.10.1884 kurz und nüchtern mit wenigen Zeilen über das Ereignis: „…nach langen Verhandlungen wurde die Aggertalbahn, die im Jahre 1871 der Bergisch-Märkischen Gesellschaft als Vollbahn Deutz-Ründeroth concessionirt worden war… (am 14.Okt.) feierlich eröffnet“.


In der Tat war es ein Festtag für das Aggertal. Um 9.30 Uhr verließ ein Festzug den Bahnhof von Siegburg, dampfte gemächlich über Lohmar und Donrath, dann an der Agger entlang und erreichte um 11.23 Uhr , genau nach Fahrplan, den Bahnhof von Ehreshoven. Dort wurden die Gäste von „Sr. Exz. von Nesselrode“ bewirtet. Anschließend ging die Fahrt weiter nach Ründeroth, wo im Gasthaus „Im Baumhof“ ein Festessen stattfand.
Der sich anschließende Reigen der Festreden wurde durch den Grafen von Nesselrode mit einem Toast auf Seine Majestät Kaiser Wilhelm I. eröffnet – wie sich damals gehörte. Darauf wurde Kommerzienrat Engels als „der geistige Schöpfer“ der Bahn geehrt. Damit war Emil Engels gemeint, der Sohn des Firmengründers in Engelskirchen. Emil Engels hatte sich schon 1862 in einem „Eisenbahn-Comité“ für den Bau einer Bahn im Aggertal eingesetzt, zusammen mit anderen Industriellen aus dem Oberbergischen, allerdings für eine Bahnlinie Köln-Kassel, eine echte Ost-West-Verbindung.
Schon 1864 glaubte man sich am Ziel und feierte ein Freudenfest zu Ehren von Emil Engels, jedoch: „…die ausführende Gesellschaft…wurde wankelmütig und gab den Plan auf.“ In den folgenden Jahren traten verschiedene private Eisenbahngesellschaften auf, aber ein Projekt nach dem anderen kam und verschwand. 1878 „zeigte sich eine gute Aussicht für den Ausbau Deutz-Ründeroth.“ Die Bergisch-Märkische Gesellschaft verpflichtete sich, eine Bahn von Troisdorf nach Ründeroth zu bauen, erwarb die Konzession und - zögerte wieder mit der Ausführung. In einem Bericht des „Bensberg-Gladbacher Anzeigers“ heißt es dann, dass „man ihr zu Leibe rückte und sie zwang, die ertheilte Konzession schleunigst zu verwirklichen, oder darauf zu verzichten.“ Welche Zwangsmaßnahmen angewendet wurden wird nicht erläutert, doch der Erfolg stellte sich ein. Am 4. Dezember 1882 wurde in Engelskirchen der 1. Spatenstich getan und in den folgenden knapp zwei Jahren die Bahn gebaut.
Schwierig waren wohl die Verhandlungen mit den bergischen Anliegern, wie in den Festreden zum Ausdruck kam – da wurde humoristisch sowohl über die „Leiden der Anlieger“ als auch über die „Freuden“ eines Grunderwerbskommissars berichtet.
Bei der Rückfahrt des Zuges nach Siegburg herrschte „Jubel an allen Bahnhöfen“. Im Bahnhofsgebäude von Overath hatte sich der dortige Gesangverein versammelt und trug bei der Ankunft des Zuges verschiedene „passende Lieder“ vor. Der Bahnhof war durch etwa 30 Flammen, und einige Nachbargebäude durch bengalisches Licht beleuchtet. Nach kurzem Aufenthalt setzte der Zug sich wieder in Bewegung „und war den Blicken bald entschwunden.“


Am gleichen Tage war morgens beim Eintreffen des Festzuges in Overath der festlich geschmückte Postwagen in Richtung Bensberg durchgefahren – das war seine letzte Fahrt. Mit der Postkutsche und der Eisenbahn hatten sich in Overath symbolisch zwei Zeitalter getroffen, und die Postkutschenzeit verabschiedete sich. Die Industrialisierung war schon in vollem Gange und auch in Overath begann der Takt der Zeit schneller zu schlagen.
Natürlich waren nicht alle Menschen über diese Entwicklung glücklich, denn für viele bedeutete es den Verlust der Arbeit. Besonders das Transportwesen war betroffen: die Fuhrleute, die Stellmacher, Schmiede, Seiler, Sattler und auch das Gastgewerbe. Damals gab es in Overath etwa ein Dutzend Gaststätten, Beherbergung für Fuhrleute und Unterstellmöglichkeiten für bis zu 100 Zugpferde.
Mit der Eisenbahn hatte sich eine neue Zeit angekündigt und vorausschauende Bürger Overaths haben deshalb schon damals auf Tourismus gesetzt, denn die in den Industriegebieten und Städten lebenden Menschen hatten ein Bedürfnis nach Ruhe und frischer Luft in schöner Umgebung.
Ein Jahr bevor die Aggertalbahn in Betrieb ging, wurde deshalb 1883 der „Verschönerungsverein zu Overath“ gegründet. Sein Ziel war es, durch Ortsverschönerung den Tourismus zu beleben und die durch die Aggertalbahn verursachten wirtschaftlichen Einbußen im Transportgewerbe abzufedern.
Der Nachfolger des damaligen Vereins ist der heutige „Heimat- und Bürgerverein Overath e.V.“

© E. Dommer

Suchen

HBV Kalender

Dezember 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Ünterstützer des HBVO