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Wissenswertes und touristische Hinweise

(1) Die Bahnstrecke von Siegburg durch das Aggertal bis nach Ründeroth wurde von der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft ab Oktober 1884 als eingleisige Strecke betrieben. Der Bahnhof Overath war damals eine Dienststelle III. Klasse.
Zur Erschließung des Oberbergischen Landes wurde die Bahnstrecke in den folgenden Jahrzehnten weiter ausgebaut, 1887 bis Derschlag, 1896 bis Bergneustadt und 1903 bis Olpe. 1891 wurde die Strecke nach Gummersbach und Marienheide abgezweigt, 1906 die Strecke bis Waldbröl in Betrieb genommen.
Da die Fahrt von Overath nach Köln jedoch über Siegburg führte und ca. 2 Stunden dauerte, wurde in Overath ein Eisenbahnausschuss gegründet, dem auch die Vorstandsmitglieder des damaligen Overather Verschönerungs-und Verkehrsverein (heute: Heimat- und Bürgerverein) angehörten. Der Plan sah eine direkte Eisenbahnverbindung nach Köln vor, und der Ausschuss warb für eine Streckenführung mit Tunnel nach Hoffnungsthal und weiter über Rösrath nach Köln. Interessierte Fabrikanten und die anliegenden Kommunen beteiligten sich mit einem Betrag von 400.000 RM an der Beschaffung der Grundstücke für den Bahnkörper. Schließlich wurde der Plan in den Jahren 1906-1910 umgesetzt, und am 1.8.1910 wurde die Strecke in Betrieb genommen.
Die Bahnstrecke nach Siegburg wurde weiterhin im Pendelverkehr betrieben und der Overather Bahnhof wurde zur Hauptdienststelle II. Klasse erhoben.
Derzeitig wird ein Projekt zur Umgestaltung und kulturellen Nutzung des Bahnhofs betrieben. Leider ist dieser Vorgang derzeit (Aug 2004) ins Stocken geraten, weil die Deutsche Bahn den Kaufpreis noch nachverhandeln will.

(2) Die Overather Hauptsstraße verläuft etwa in südwestlich - nordöstlicher Richtung. Man erkennt, dass sich aus dem mittelalterlichen Dorfkern im Laufe der Zeit ein Straßendorf entwickelt hat, das entlang der Olper- und der Siegburger Straße gewachsen ist.
Erst 1823 wurde mit dem Bau der Preussischen Staatsstraße von Köln-Deutz nach Olpe begonnen, die 1830 bis Engelskirchen dem Verkehr übergeben wurde - damit erhielt Overath seine erste befestigte Straße, die jetzige Bundesstraße 55.
Heute ist die Hauptstraße eine Geschäftsstraße, teilweise mit alter Bausubstanz, das älteste Haus ist ein Fachwerkbau aus dem Jahre 1610.
Leider ist die heutige Hauptstraße als Bundesstraße mit 22.300 Verkehrsbewegungen pro Tag belastet, hauptsächlich mit Fahrzeugen im Durchgangsverkehr. Um die Entwicklungsmöglichkeiten der Hauptstraße und die Lebensqualität der Anwohner nachhaltig zu verbessern, wird von den Overathern das Projekt einer Ortsumgehung als Tunnel betrieben.

(3) Die Agger ist ein Kleinfluss, der im Oberbergischen Land bei Meinerzhagen auf ca. 400 Meter Höhe entspringt. Sie speist den ca. 120 ha großen Aggertal-Stausee, der östlich von Gummersbach bei Bergneustadt liegt.
Die Agger fließt an den Ortschaften Bergneustadt, Ründeroth, Engelskirchen, Overath und Lohmar vorbei, bevor sie zwischen Troisdorf und Siegburg in die Sieg mündet. Ihre Gesamtlänge beträgt etwa 74 km bei 368 m Gefälle.
Als Gewässer für Wasserwanderer wird die Agger ab Vilkerath lohnend, Waldabschnitte wechseln mit Wiesen ab, Campingplätze und Wochenendhäuschen unterstreichen die Bedeutung dieser Flußregion als Naherholungsgebiet.

Der Name Agger wird zurückgeführt auf „aha“ (althochdeutsch für Wasser oder Fluss), das evtl. aus dem Keltischen übernommen worden ist und auch mit lateinisch „aqua“ verwandt ist. Aus dem Wortstamm „aha“ haben sich auch die Formen Aa, Ahe, Ahr, Ahre, Ach, Ache, Acher usw. entwickelt, die man vielfach als Namen deutscher Bäche und Flüsse findet. Ebenso sind auch die Flussnamen Hase, Lahn, Maas, Nahe, Naab, Naaf, Saale, Saar u.a. aus dem Stamm "aha" entstanden.

(4) Seit alter Zeit gab es am östlichen Ortsausgang von Overath im Verlauf der Straße nach Marialinden („Brüderstraße“ als Fernverbindung nach Siegen) immer wieder Holzbrücken, für die ein Brückengeld erhoben wurde. Die letzte Holzbrücke fiel der sog. „Kathrengenflot“ vom 24.11.1890 zum Opfer. Danach wurde eine Gewölbebrücke aus Grauwacke mit drei Strompfeilern erbaut. Als beim Novemberhochwasser 1940 der östliche Brückenpfeiler beschädigt worden war, bauten Pioniere daneben eine Behelfsbrücke aus Holz. Beide Brücken wurden in den letzten Kriegstagen von der Wehrmacht gesprengt, aber auf Befehl der Militärregierung sofort wieder instandgesetzt. In den Jahren 1962/63 wurde dann 200 m weiter stromaufwärts die jetzige Brücke erbaut.

(5) Siefen sind kleine, deutlich eingeschnittene Bachtäler. Die Bedeutung des Wortes geht wahrscheinlich auf "siepen", "siefen", "seifen" zurück und beschreibt ein schäumend laufendes, kleines Gewässer.

(6) Im Kirchspiel Overath gab es in alter Zeit acht Rittersitze, davon liegt in der Nähe des Zentralortes Overath (in östlicher Richtung an der B55) die Burgruine Großbernsau, eine Wasserburg (Motte). Weiter flussaufwärts liegt Altbernsau, südlich der Agger und unterhalb der Autobahnraststätte Overath, noch heute als stattlicher Bauernhof erkennbar.
Altbernsau kann als der Stammsitz der Overather Ritter von Bernsau angenommen werden, die im Jahre 1218 erstmals urkundlich erwähnt werden.
Als neuer Rittersitz wurde Großbernsau vor 1348 als Wasserburg angelegt und kann als das älteste profane Bauwerk von Overath betrachtet werden - nur die Kirche St. Walburga ist etwa 200 Jahre älter.
Die Erbauer und ersten Bewohner der Burg gehörten der Familie von Bernsau an. Die Linie von Bernsau starb 1532 mit Wilhelm von Bernsau aus, die Burg Großbernsau wurde danach von seinem Schwiegersohn Goddert van Wylich übernommen.
Die Familie Wylich besaß die Burg bis 1697, als in einer Erbauseinandersetzung mit der angeheirateten Familie von Schoeller der letzte Wylich von den Erben von dort verdrängt wurde und schließlich 1713 in Armut verstarb. Nach der Familie von Schoeller übernahmen deren Erben zu gleichen Teilen die Burg, die Familien von Steinen und von Schaesberg. Schließlich wurde die Familie Schaesberg 1782 durch Zukauf Alleinbesitzer.
Letzter Besitzer aus der Familie Wylich-Schoeller war Heinrich Reichsgraf von Schaesberg- Thannheim, der 1904 seine Besitzungen in Overath an den Kölner Bürger Johann Dünn verkaufte.


(7) Die Geschichte von Marialinden ist eng verknüpft mit der „Alten Brüderstraße“ (Straße der pilgernden Bruderschaften und Klosterbrüder), hier im Ort zu Recht „Pilgerstraße“ (8) genannt. Die Straße wird 1464 urkundlich genannt, war Handels- und Erzabfuhrstraße zwischen Köln und Siegen und darüber hinaus. An dieser Straße, Flur Siebenlinden, entwickelte sich Marialinden als Gast- und Rastplatz nach beschwerlichem Aufstieg von Overath. Bis in die 1920-iger Jahre gab es rund um die Kirche sieben Gaststätten.
Rund um die Kirche hat sich einige alte Bausubstanz erhalten, darunter auch das Bernsauer Jagdhaus (westlich der Kirche, an der Gabelung Alte Römerstraße/ Pilgerstraße). Es stammt aus dem Jahre 1671 und ist das älteste Haus in Marialinden. Bemerkenswert von der Zimmerungstechnik ist aber der Fachwerkbau des Lindenhofes (östlich der Kirche), ein Bau mit allseits überkragendem Oberstock - er stammt aus dem späten 18. Jhd.

Die urkundlich belegte Geschichte von Marialinden beginnt mit dem Bau der Kirche und der Marienverehrung. Die heutige Kirche St. Mariä steht an der Stelle, wo seit Beginn des 15. Jahrhunderts ein Bild der Schmerzenreichen Mutter in einem Heiligenhäuschen verehrt wurde. Neuere theoretische Untersuchungen über den mittelalterlichen Wegeverlauf und die Bausubstanz von Kirche und Sakristei lassen darauf schließen, dass dieses Heiligenhäuschen beim Bau der Kirche integriert worden ist, es war also schon damals in Stein ausgeführt.Vermutlich war es ursprünglich ein in bäuerlichem Fachwerk erstelltes Heiligenhaus, das später in Stein ausgeführt und schließlich in die Kirche integriert wurde. Diese wurde um 1515 zu Ehren der Mutter Gottes gebaut, eine dreischiffige, spätgotische Stufenhallenkirche ohne Turm. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche erweitert und erhielt den bemerkenswerten Doppelturm.
Über Jahrhunderte hinweg und bis heute blieb Marialinden ein Marienwallfahrtsort. Alljährlich in der ersten Woche im Juli wird eine sogenannte "Festoktav" zu Ehren der Gottesmutter gefeiert. Besonders in Notzeiten kamen Tausende nach Marialinden. Sie feierten dann in Gebet und Prozessionen die Hilfe der Gottesmutter in Not und Gefahr.
Bemerkenswert sind das Fischblasenmaßwerk der spätgotischen Fenster und - als Zeichen der Marienverehrung - die aus dem Mittelalter stammenden Darstellungen der Pietà (größere in Holz, kleinere in Terrakotta) im rechten Seitenschiff der Kirche.
Geschichtliches Zeugnis gibt außerdem der barocke Seitenaltar im linken Seitenschiff mit Bildnissen der Leidensgeschichte Christi; er stand früher in der ehemaligen Benediktiner-Propstei Cyriax bei Overath und ist Marialinden nach der endgültigen Auflösung der Propstei 1803 wahrscheinlich deshalb zugefallen, weil die Mönche in Cyriax die Kirchegemeinde Marialinden längere Zeit zu betreuen hatten.

In früherer Zeit waren die Bewohner überwiegend in der Landwirtschaft tätig, später kam der Zuerwerb in den Bergwerken Kirschbaum (Kupfer), Fischermühle, Loope, Kastor, Lüderich (Erze) usw. hinzu. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Marialinden die Uhrmacherfamilie Büscher, welche Standuhren anfertigte.
Heute ist der Anteil der Landwirtschaft als Erwerb gering, und die meisten Bürger finden Arbeit in den verschiedensten Gewerbe- und Dienstleistungsbereichen im Umland und bis nach Köln.

(8) Die Pilgerstraße ist eine sehr alte Handelsstraße, die Köln mit dem Siegerland (Siegen) verband, deshalb heißt sie dort auch Eisenstraße. Im Bereich der Stadt Overath wird sie stellenweise Brüderstraße, Römerstraße und Alte Kölner Straße genannt, was allerlei Deutungsmöglichkeiten zulässt:
Es kann angenommen werden, dass diese Verbindung als Handelsweg und Höhenstraße wohl schon in grauer Vorzeit benutzt worden ist, später dann auch von den Römern, die sie vielleicht befestigten und weiter ausbauten, weil sie Rohstoffe und Holz aus dem Bergischen abtransportierten.
Im späten Mittelalter schließlich wurde diese Straße auch von Jakobspilgern als Ost-West-Verbindung genutzt, die auf ihrem Wege nach Santiago de Compostela auch an den oberbergischen Marienkirchen vorbeizogen - die Bezeichnungen Pilgerstraße oder Brüderstraße können also sinnfällig erklärt werden.
Allerdings taucht in mittelalterlichen Urkunden und Straßenkarten auch die Bezeichnung „Brücker Straße“ auf, also als Kölner Ausfallstraße nach Osten durch die Ortschaft Brück (am Flehbach), und es wurde sogar schon eine Verballhornung von „Brücker“ zu „Brüder“ vermutet, was neuerdings wieder in Frage gestellt wird.
Vermutlich hat es alle vorher erwähnten Bezeichnungen gegeben, die für unterschiedliche Abschnitte und zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind und lediglich unterschiedliche Beobachtungen und Nutzung ausdrückten.
Nur eines gehört gewiss in den Bereich der Sage: dass die Brüderstraße diesen Namen nach einem Brudermord im Königsforst erhalten habe, als die Söhne des Grafen Adolf V. von Berg wegen der Erbfolge in Streit gerieten und der jüngere den älteren Bruder erschlagen ließ.

(9) Als Fußfall wird ein Bildstock bezeichnet, vor dem niedergekniet und gebetet wurde. In Overath sind Fußfälle zumeist aus der heimischen Grauwacke hergestellt worden. Früher gab es in Overath (heutiger Zentralort) Prozessionswege nach Heiligenhaus und nach Marialinden, und an jeder Station eines solchen Prozessionsweges stand ein Fußfall, der ein biblisches Thema bildlich darstellte, meistens die Leidensgeschichte Jesu..

(10) Erzbergbau wurde im Bergischen Land schon seit der frühen Eisenzeit (1200 bis 800 v.Chr.) betrieben. Im Königsforst bei Rösrath/Kleineichen wurden Rennöfen nachgewiesen, in der die im Tagebau gewonnenen Erze Brauneisenstein und Raseneisenstein erschmolzen wurden. Man kann annehmen, dass die natürlichen Vorkommen während der gesamten vorrömischen Eisenzeit ausgebeutet wurden. Vor einigen Jahren gelang dem Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege (Dr. M. Gechter) der Nachweis römerzeitlichen Bergbaus auf Blei und Silber auf dem Berg Lüderich (bei Overath) und bei Bliesenbach im Loopebachtal (bei Engelskirchen). Beide Gruben datieren zwischen 20 und 30 n. Chr. und weisen auf den Metallbedarf der Römer für ihre Ansiedlungen am Rhein hin.
Nach dem Niedergang des Römischen Reiches erlitt auch der Bergbau im Bergischen vermutlich einen Niedergang wegen mangelnder Nachfrage. Aus dem Hochmittelalter gibt es dann urkundliche Nachweise von Besitzverhältnissen und Bergrechten am Lüderich. Im Jahre 1437 erwirbt der Herzog von Berg-Jülich das Bergregal,er konnte dadurch Konzessionen vergeben - das tat seiner privaten Schatulle gut, gleichzeitig wurde privates Unternehmertum ins Bergische geholt und die Bergbautätigkeit nahm zu. Über den Erfolg dieser Unternehmungen im 15. und 16. Jhd. ist nichts bekannt. Gegen Ende des 18.Jhd. kam es durch merkantilistische Wirtschaftspolitik zu einer Wiederbelebung des Bergbaus, wobei sich die unterschiedlichsten Stände als Investoren betätigten, wiederum nur mit bescheidenem Erfolg.
Der eigentliche Bergbauboom setzte erst Anfang des 19. Jhd. ein, als man industrielle Verfahren zur Verhüttung von Zinkblende entwickelt hatte. Nach und nach wurden etwa 40 Gruben wurden eröffnet, auch unter Einsatz von ausländischem Kapital, hier die wichtigsten:

1837 Grube Lüderich
1845 Grube Julien
1847 Grube Weiß und Grube Leopold von Buch
1847 Grube Apfel
1851 Grube Washington, Grube Berzelius und Grube Blücher
1853 Grube Bergsegen
Vor allem waren es drei große Gesellschaften, die nach und nach die Konzessionen erwarben und im gesamten Gebiet zwischen Bensberg und Forsbach und im Agger- und Sülzgebiet etwa 40 Gruben betrieben:
-die Société de la Vieille Montagne aus Lüttich
-die Rheinisch-Nassauische Bergwerks- und Hüttengesellschaft aus Aachen
-die Gewerkschaft Berzelius aus Bensberg
Vielen der kleineren Gruben war nur eine kurze Betriebsdauer beschieden, sie mussten nach wenigen Jahren oder auch Jahrzehnten wieder aufgeben, weil keine abbauwürdigen Erze gefunden wurden. Trotzdem hat der verbreitete Bergbau neben der Landwirtschaft die soziale Struktur des Bergischen Landes zur Zeit der Industrialisierung mitgeprägt.
Lüderich war die bedeutendste Grube im Overather und Bensberger Bezirk, hier waren noch nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweilig über 1000 Bergleute beschäftigt, zuletzt aber nur noch etwa 300. Die Untersuchung neuer Erzlagerstätten scheiterte am Widerstand von Bürgern, so stellte Lüderich als letzte Grube 1978 den Betrieb ein - sie hatte in den 141 Jahren ihres Bestehens 10 Millionen Tonnen Erz gefördert.
Interessant ist auch, dass die Benediktinermönche des Overather Klosters St. Cyriax schon im späten Mittelalter oberhalb ihres Klosters mit großer Wahrscheinlichkeit eine Schmelzhütte zur Kupfergewinnung betrieben. Dort liegt unterhalb des Fleckens Leyenhaus die Flur Mönchshütte, wo sich noch heute Schlackenhalden finden.

(11) Die Auelburg war eine Höhenburg oberhalb der Agger, nahe dem heutigen Ortsteil „Burg“ gelegen. Die Auelburg stammt vermutlich aus dem 10. Jahrhundert und verfiel nach ihrer Zerstörung oder Aufgabe irgendwann vor Ende des 13. Jahrhunderts.
Die Ruine wurde dann als Steinbruch für andere Steinbauten und besonders für die Burg Großbernsau verwendet.
Heute sind nur noch einige Ringwälle und Fundamente zu erkennen.

(12) Das Gebiet von Overath gehörte im 10. Jhdt. zur Erzdiözese Köln und besaß schon um das Jahr 1000 eine eigene Kirche. Um das Jahr 1060 erwarb der Erzbischof Anno von Köln den Grundbesitz im Overather Gebiet vom Bischof von Utrecht durch Tausch und schenkte ihn der neu gegründeten Benediktiner-Abtei in Siegburg. Später wurden der Abtei auch noch Hofgerichtsbarkeit und Dekanie für das Overather Gebiet übertragen. Unter dem Abt Kuno I. (1105-1126) wurde dann in Overath eine neue, der St. Walburga geweihte, Kirche erbaut, ein dreischiffiges, romanisches Gebäude aus heimischer Grauwacke mit einem (heute) 60 m hohen , schlanken, viereckigenTurm. Die Kirche gehörte seit 1353 zum nahen Kloster Cyriax, dessen Propst zugleich auch Pfarrer in Overath war. Nach der Säkularisation wurde die Pfarre im Jahre 1808 selbständig.

Turmkörper und Langhaus sind die ältesten, noch ursprünglichen Bauteile, Chor und Sakristei wurden später angefügt. Auffällig und hübsch ist das südliche Flankiertürmchen, das gegenüber dem Turm aus dem Seitenschiff herausragt, das nördliche Türmchen ist nicht mehr erhalten. Die barocke Kanzel stammt aus dem Jahre 1620. In der Turmhalle befindet sich die Grabplatte des Freiherrn von Wylich aus dem Jahre 1627, welcher Lehnsherr der Kirche war.

Im Jahre 1953 wurde die Kirche aus Platzgründen erweitert, das nördliche Schiff wurde entfernt und durch einen modernen Anbau ersetzt.
Trotz vieler Veränderungen ist die Kirche bis heute zu einem großen Teil ursprünglich erhalten, sie ist das älteste erhaltene Gebäude Overaths - und etwa 120 Jahre älter als der Kölner Dom.

(13) Der Steinhof ist einer der acht Overather Rittersitze, der zusammen mit der Kirche und dem Wohngebiet Kemenat den urprünglichen Dorfmittelpunkt bildete. Der Steinhof (damals Steynhuys genannt) ist vermutlich Anfang des 12.Jhds. erbaut worden und damit als Rittersitz ebenso alt wie Altbernsau. Ein Geschlecht vam Steynhuys ist nachweisbar bis Ende des 15. Jhds., danach kam der Steinhof an die Familien von Brambach und wiederum später an die von Wylich von Bernsau.
Das heutige Haus wurde 1662 auf den Grundmauern und Kellern der ehemaligen Burg erbaut, die Maueranker in der Südwand belegen das. Dort war früher auch der Haupteingang mit dem Allianzwappen Wylich - Stael von Holstein angebracht, das heute über dem Eingang zur Gaststätte an der Hauptstraße zu sehen ist. 1823 wurde die Hälfte des Steinhofes mit den dazugehörigen Ländereien von dem Lindlarer Gastwirt Peter Hamm gekauft, der 1825 auch die noch verbliebene Hälfte ersteigerte. Als 1830 die Köln-Olper Straße gebaut wurde, ließ er den Steinhof umbauen und ersetzte das Dach durch das heute noch vorhandene Krüppelwalmdach mit Fachwerkgiebelwänden. Danach wechselten die Besitzer mehrfach, doch der Steinhof blieb Gaststätte. 1894 wurde an der Westseite ein großer Tanzsaal angebaut, der erst 1978 beim Bau des Bürgerhauses abgebrochen wurde.

(14) Die nordfranzösische Stadt Perenchies ist seit 1973 Partnerstadt von Overath. Sie liegt in der Nähe von Lille und hat etwa 7500 Einwohner.

(15) Das nordenglische Colne Valley ist ein Zusammenschluss von fünf Ortschaften, die im Tal des Flusses Colne liegen, nordöstlich von Manchester. Die Partnerschaft mit Overath besteht seit 1973.

(16) Heiligenhaus ist ein Ortsteil der Stadt Overath. Seine Geschichte ist eng verbunden mit einem Heiligenhäuschen, das am Schnittpunkt der Brüderstraße ( Köln- Heiligenhaus-Overath-Siegen ) mit dem Höhenweg von Siegburg nach Hohkeppel und weiter) lag.

In diesem "Heiligenhüschen wurde ein Bildnis des Hl. Rochus verehrt, eines volkstümlichen Heiligen, oft als Nothelfer angerufen, obwohl er nicht zu den klassischen 14 Nothelfern gehört. Er soll Pestkranke geheilt haben und es ist deshalb anzunehmen, dass dieses Heiligenhaus aus der ersten Pestzeit im Rheinland stammt (1349), denn im 30 jährigen Krieg wird es schon urkundlich erwähnt. Als erneut eine Pest ausgebrach (in Köln von 1665-1667), baute man zu Ehren des hl. Rochus eine Kapelle in Holzfachwerk und mit Stroh gedeckt, die aber bereits 1840 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Der damalige Standort unmittelbar an der Wegkreuzung erschien auch nicht mehr ideal, so baute man an anderer Stelle eine Kapelle aus Bruchstein, die 1901 erweitert werden musste, weil sich in Heiligenhaus immer mehr Menschen angesiedelt hatten.

1867 war der Gesangverein Concordia gegründet worden.
1882 wurde eine Dorfschule eröffnet.
1933 wurde Heiligenhaus Pfarrektorat, war aber immer noch abhängig von Overath.
1936 dann baute man die neue Pfarrkirche.

Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Wohnbebauung erheblich zu und das Ortsbild wandelte sich - erst in jüngster Zeit hat sich Heiligehaus wiederum durch die Neubaugebiete Wiedenhof und Birken vergrößert.

(17) Der Lüderich ist ein Berg von 260 m Höhe, östlich der Sülz gelegen und südlich von Overath-Steinenbrück. In der Eisenzeit wurde dort eine Befestigung errichtet, die von einer 4,5 m breiten Mauer und zwei vorgelagerten Gräben umgeben war. Die größten Ausdehnungen sind 550 m und 300 m, die Gesamtfläche beträgt 15 ha - eine sehr große Anlage. Archäologische Untersuchungen haben keine Baubefunde ergeben, über den Zweck der Anlage ist deshalb nichts bekannt - möglicherweise hat sie mit dem eisenzeitlichen Bergbau zu tun. Diese berechtigte Vermutung basiert auf der etymologischen Bedeutung der Silbe „Lüde“ , was Lot bedeutet, also Blei oder auch Zinn.
(Zu den Bergbauaktivitäten im Bergischen Land siehe auch Pkt.10)
Heute ist das Bergbaugebiet des Lüderich renaturiert worden und beherbergt eine Golfanlage, eine zeittypische Entwicklung für das Gelände der ehemals bedeutendsten Grube im Bergischen Land. Auf dem früheren Fabrikgelände wurde das Grün angelegt, und rund um das ehemalige Maschinenhaus ist ein Restaurant entstanden. Der Förderturm wird als Industriedenkmal erhalten bleiben - er ist von dem Overather Architekten Georg Rattay in die Gesamtanlage integriert worden.

(18) Das Kloster Cyriax wurde im Jahre 1256 gegründet. Es ging hervor aus einer Besitzung der Abtei Siegburg, einem Hof mit einer dem hl. Cyriakus geweihten Kapelle. Über Jahrhunderte war das Kloster eng mit der Pfarre Overath verbunden, weil die Pröpste auch gleichzeitig die Pfarrer von Overath waren. Die Mönche betrieben Landwirtschaft und vermutlich auch Bergbau. Oft war das Kloster nur mit wenigen Mönchen besetzt oder vakant.
Im Jülich-Klevischen Erbfolgekrieg (1609-1614) wurde das Kloster sogar vollständig zerstört, jedoch im Jahre 1624 wieder aufgebaut.
Nachdem 1803 im Rheinland alle Klöster aufgehoben worden waren, verfiel das Kloster St. Cyriax, und die Gebäude wurden zu Wohn- und Wirtschaftszwecken genutzt. Später wurden die Gebäude umgebaut oder abgerissen, sodass heute das eigentliche Kloster nicht mehr erkennbar ist, nur eine Anzahl von landwirtschaftlichen und Wohngebäude ist verblieben.

(19) Im Schulzentrum Cyriax sind das Paul-Klee-Gymnasium und die Bergische Realschule untergebracht.
Namensgeber des Gymnasiums ist der Maler Paul Klee (1879-1940), der durch seine Freundschaft zu den Malern Kandinsky und Macke der Vereinigung "Der Blaue Reiter" nahestand, einer Gruppe von Expressionisten, die viel zur Entwicklung der abstrakten Kunst beigetragen haben. Klee strebte danach, Abstraktion und Wirklichkeit zu verbinden - er meinte, daß "Kunst nicht das Sichtbare wiedergibt, sondern sichtbar macht.".

(20) Diese schräg liegenden Gesteinschichten sind aus den Ablagerungen eines Urkontinents entstanden, dessen Gebirge durch Erosion abgetragen, von Flüssen in ein Urmeer transportiert und als mächtige Sedimentschichten abgelagert wurden. Das geschah vor etwa 350 Millionen Jahren in der sog. Devonzeit, und durch den viele Millionen Jahre währenden Druck der darüberliegenden Schichten entstanden Sandstein und Grauwacke. Später hob sich der Boden dieses Devonmeeres durch tektonische Vorgänge, und gegen Ende der Devonzeit (vor ca. 300 Millionen Jahren) begann die Auffaltung des sog. Variskischen Gebirges, das sich von Westeuropa bis nach Polen erstreckte. Von diesem Gebirge sind als unbedeckte Massive erhalten: der Westen der Iberischen Halbinsel, Sardinien, Westkorsika, Südirland, Cornwall, die Bretagne, das französische Zentralmassiv, die Vogesen, der Schwarzwald, das Rheinische Schiefergebirge, das Erzgebirge , die Sudeten und Karpaten - die dazwischen liegenden Flächen sind durch jüngere Gesteine überdeckt worden.
Das Bergische Land ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges und die vor Ihnen liegenden bräunlichen Sandsteinschichten umspielt ein Hauch von "Ewigkeit" - sie heißen Wahnbach-Schichten und gehören zu den älteren Devonschichten (+/- 350 mio Jahre). Sie zeigen uns, dass die Erosion die größte umgestaltende Kraft auf dieser Erde ist, die innerhalb von geologischen Zeiträumen Kontinente verschiebt und aufgetürmte Gebirge einebnet.
Auch damals gab es schon Leben, Pflanzen und niedere Tiere sind als Fossilien oder Abdrücke erhalten. In dem Steinbruch an der Brücke der Straße nach Eulenthal wurden Algen, Schnecken, Muscheln, Krebse und andere Urtiere gefunden und haben als „unterdevonische Fische und Gigantostraken aus Overath“ Eingang in die paläontologische Literatur gefunden und wissenschaftliche Bedeutung erlangt.


(21) Die Ländereien abwärts der Agger einschließlich Guth Eichthal gehörten ursprünglich zur Benediktinerprobstei St. Cyriax, die der Siegburger Abtei angegliedert war. Nach der Säkularisation (Anfang des 19.Jhds.) ging das Gut über an den Staat Preußen, der es dann 1829 an den Kölner Kaufmann Christians verkaufte. Dieser ließ 1832 Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichten und gab dem Anwesen den Namen Eichthal.
Im Zusammenhang mit der Bergwerkstätigkeit im Bensberger und Overather Raum ging Eichthal um 1850 über in den Besitz einer belgischen Bergwerksgesellschaft, die es einem Vorstandsmitglied zur Verfügung stellte. Damals wurde auch der Landschaftsgarten angelegt.
Später wurde das Gut an den Kölner Architekten und Gartenbaumeister Gärtner verkauft. Das Teehaus wurde erst etwa um 1900 erbaut. Im Jahre 1903 schließlich kaufte der Kölner Kaufmann Peters das Gut. Diese Familie schenkte es der Stadt Overath im Jahre 1988 und seit 1990 ist dort das Amt für Bodendenkmalspflege beheimatet.
Seit einigen Jahren verfolgt der Heimat- und Bürgerverein Overath die Idee, den Park von Guth Eichthal der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und damit im Stadtgebiet eine weitere Fläche für Freizeit und Erholung zu schaffen.
Auf Initiative des Heimat- und Bürgervereins Overath wurde im Sommer 2000 von der Fachhochschule Erfurt (Fachbereich Landschaftsarchitektur) eine Studie über Nutzungsvarianten des Gutes Eichthal mit den angrenzenden Grünflächen entwickelt.
Inhalt dieser Studie waren die Auslichtung des Parkes, um den wertvollen Baumbestand zu erhalten, die Anlage von Wegen, die Umgestaltung der jetzigen Weidefläche in eine Obstbaumwiese und die Renovierung des Teepavillons. Da das eigentliche Gutsgebäude vorläufig weiterhin vom Amt für Bodendenkmalspflege genutzt wird, ist auch die Darstellung von örtlicher Geschichte durch Einbeziehung von geschichtlichen Ausstellungstücken denkbar. Vorrangiges Ziel des gesamten Unternehmens ist die Anbindung des Geländes durch eine Fußgängerbrücke über die Agger an das Stadtgebiet.
Um dieses Vorhaben voranzutreiben, hat sich 2003 der Verein der Freunde und Förderer von Guth Eichthal gegründet.


(22) Der älteste Ortsteil Overaths heisst Kemenat, er liegt heute östlich der Kirche. Kemenat wird abgeleitet von lat. caminus (=Ofen, Feuerstelle) und deutet auf ein Haus mit heizbarem Zimmer hin. Vermutlich stand hier im Mittelalter ein Gutshof, der zur Burg Steinhof (südlich der Kirche) gehörte und den - für das Mittelalter - außergewöhnlichen Luxus eines geheizten Gemaches hatte. Später ging der Name auf den Ortsteil über, heute wird eine Straße so benannt.
Direkt gegenüber der Kirche steht ein bergisches Fachwerkhaus mit regelmäßigem Grundriss: links und rechts vom Hausflur liegen gleich große Wohnräume. Diese Form datiert auf das Ende des 17. Jahrhunderts und das Haus ist denkmalgeschützt.

In Kemenat soll sich im ausgehenden Mittelalter auch eine Glockengießerei befunden haben, etwa 100 m weiter östlich der heutigen Straße Kemenat auf einer kleinen Anhöhe, Lehmbüchel genannt. Der archäologische Nachweis ist jedoch nicht mehr möglich, weil die gesamte Fläche überbaut worden ist. Man kennt allerdings aus der einschlägigen Literatur die Glockengießer Gerhard, Wilhelm und Hans von Overath, von denen es jedoch keine Glocken mehr gibt. Dagegen ist aus den Jahren 1474 bis 1538 eine Anzahl von etwa 20 Glocken im Rheinland bekannt, die von den Meistern Heinrich und Johann von Overath stammen. Nach neueren Forschungen haben diese aber wahrscheinlich nicht in Overath gearbeitet, sondern irgendwo im Rheinland. Aber die Legende von der Glockengießerei ist ebenso alt wie attraktiv und hat sogar ihren Weg in das Stadtwappen gefunden - im unteren Feld des Schildes, unter dem Bergischen Löwen, ist eine goldene Glocke dargestellt.


(23) Die Josefshöhe wurde im Jahre 1906 nach dem „kgl. Sanitätsrath Dr. Josef Bamberg" benannt, der von 1883 bis 1896 dem damaligen "Verschönerungsverein Overath" vorstand.


(24) Am Overather Pegel kann man fast das ganze Jahr über feststellen, dass die Agger ein friedlicher Kleinfluss ist, aber immer wieder führt sie auch Hochwasser, besonders wenn in den Wintermonaten ergiebige Regenfälle im Einzugsgebiet des Flusses mit gleichzeitiger Schneeschmelze einhergehen. Über Hochwasserereignisse ist immer wieder berichtet worden, so in den Jahren 1682 und 1754, am 5. Februar 1805 (als drei Overather Brückenbauer ertranken), am 24.11.1890 (sog. Kathrengenflot),am 4.1.1925 und am 4.11.1940, der höchsten und stärksten bekannten Flut.
Aus der jüngeren Vergangenheit sind zwei extreme Hochwasserstände bekannt, die am Overather Pegel markiert sind: 3,40 m (am 28.12.1994) und 3,27 m (am 3.5.2001)
Schon in den 1820er Jahren wurde mit dem Bau von Dämmen begonnen und 1850 wurde der Overather Deichverband gegründet. Heute sind der Aggerverband und die Stadt Overath für den Deichbau verantwortlich.
Im Jahre 2004 ist der Aggerdamm im Bereich Wiesenauel soweit erhöht worden, dass er einem hundertjährlichen Hochwasser standhalten kann.


(25) Der Lölsberger Steg wurde als Fußgängerbrücke zwischen 1884 und etwa 1886 auf Betreiben des damaligen "Verschönerungsvereins" (des heutigen Heimat-und Bürgervereins Overath) geplant und errichtet, damals überspannte sie aber nur den Fluss und war "50 - 60 Fuß lang". Später wurde sie bis zum Damm verlängert und ist heute eine moderne Holzkonstruktion von ca. 1985.

(26) Kombach ist einer von Overaths acht Rittersitzen und hieß im Mittelalter Covenbach. Heute steht an der Stelle der mittelalterlichen Burg ein Ensemble von landwirtschaftlichen Gebäuden, die aber jüngeren Datums sind.

(27) Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege ist eine Abteilung des Landschaftsverbandes Rheinland. Sie nimmt (mit Ausnahme des Stadtgebietes Köln) die zentralen Aufgaben der archäologischen Denkmalpflege wahr, wie sie das Denkmalschutzgesetz für das Bundesland Nordrhein-Westfalen vorsieht.
Die Bodendenkmalpflege oder archäologische Denkmalpflege interessiert sich für alles, was vom Leben der Menschen der unterschiedlichsten Epochen vor unserer Zeit im Boden erhalten geblieben ist und bemüht sich darum, diese Quellen vor unbeobachteter und achtloser Zerstörung zu bewahren, zu dokumentieren und zu erklären.

Bodendenkmäler sind entweder Einzelfunde (z.B. frühzeitlicher Jäger und Sammler), oder auch ganze Jagd- oder Lagerplätze, Siedlungen (angefangen von der Steinzeit über die Römerzeit, das Mittelalter bis in die Neuzeit), aber auch Gräber, Befestigungen, Bauten der Wasserversorgung, Militär- und Verkehrseinrichtungen - alles, was Menschen geschaffen und benutzt haben und noch im Boden enthalten ist.
Als Bodendenkmäler gelten auch Zeugnisse tierischen und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit (paläontologische Denkmäler), ferner Veränderungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffenheit, die durch nicht mehr selbständig erkennbare Bodendenkmäler hervorgerufen worden sind.

Das Bergische Land bietet der Bodendenkmalspflege ein interessantes Tätigkeitsgebiet mit der hier ehemals ansässigen Montanindustrie. Bis in die jüngste Vergangenheit war das Bergische bedeutend im Metallerzbau und der Metallverarbeitung. Das Vorkommen von Rohstoffen (Eisen-, Blei-, Zink- und Kupfererze) sowie nutzbaren Energiequellen (Wasser und Holz) machten eine Industrialisierung schon im Hochmittelalter möglich. Noch heute sind die zahlreichen Überreste gewerblicher und industriegeschichtlicher Bodendenkmäler in dieser Region sichtbar: ehemalige Schachtanlagen mit ihren Halden, Köhlerplätze, Schleifkotten, Pingenfelder, Stollen, Schächte, Schmelzstätten, Hütten- und Hammerwerke, Mühlen, Töpfereien und Steinbrüche.

Die Außenstelle Overath befindet sich auf Gut Eichthal in Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis. Das Arbeitsgebiet der Dienststelle umfasst die Kreise Neuss, Mettmann, Rheinisch-Bergischer, Oberbergischer und Rhein-Sieg sowie die kreisfreien Städte Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal. Hiermit wird eine Fläche von ca. 4300 km? archäologisch betreut. Das Gebiet liegt beidseits des Rheins und umfasst die unterschiedlichsten Natur- und Kulturlandschaften mit zahlreichen Zeugnissen landwirtschaftlicher Besiedlung von der Steinzeit bis in die heutige Zeit.
Die Außenstelle Overath wird geleitet von Dr. M. Gechter, dem - was unsere nähere Heimat betrifft - vor einigen Jahren der Nachweis römischen Silberbergbaus auf dem Lüderich gelungen ist.

Für eingehendere Informationen ist die Internetseite des Amtes für Bodendenkmalpflege
empfehlenswert.

© E. Dommer

 

 

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