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Hochwasserschutz in Overath

Als im Frühjahr 2004 auf dem Aggerdamm im Auelbereich Bäume gefällt wurden, wurde der Öffentlichkeit bekannt, dass der dortige Deich erhöht werden sollte. Das löste Fragen nach dem bestehenden und dem noch verbleibenden Gefahrenpotential nach der Erhöhung des Dammes aus, besonders weil die Bevölkerung die Hochwasser an Oder und Elbe noch gut in Erinnerung hat.
Der Heimat- und Bürgerverein hat daraufhin bei der Stadtverwaltung Informationen zu folgenden Fragen eingeholt:

1. Welche Gefährdungen bestehen derzeitig, d.h. ohne Erhöhung des Dammes ?
2. Gibt es noch Gefährdungen nach der geplanten Erhöhung des Dammes ?
3. Hat die Stadt Overath einen Notfallplan entwickelt ?

Die Auskünfte des technischen Beigeordneten H. Stupp sollen hier zusammengefasst wiedergegeben werden:

Allgemein :
Das Land NRW hat einen Hochwasseraktionsplan aufgestellt, welcher das Gefahrenpotential und entsprechende Maßnahmen ausweist. Dieser Plan zeigt die Wasserspiegelausdehnungen bei Hochwasserständen, die sich statistisch alle 5 und alle 100 Jahre einstellen. Dieser Plan ist auch die Grundlage für die jetzige Deichbaumaßnahme, welche Überflutungen bei einem 100-jährlichen Hochwasser abwenden soll.

Zu Frage 1:
Gegenwärtig reicht der Aggerdamm im Bereich von Overath Mitte aus, um ein 5-jährliches Hochwasser ohne Überflutung abzuführen, ein 100-jährliches jedoch nicht mehr - deshalb soll der Damm etwa vom Overather Pegelhaus bis zur Probsteistraße erhöht werden. Die Deichkrone wird bis zu 50 cm über der Marke des 100-jährlichen Hochwassers liegen und bietet damit sogar Schutz gegen noch seltenere Hochwasserereignisse.

Diese allgemeinen Zusammenhänge sind im nachfolgenden Schaubild dargestellt :





Zu Frage 2 :
Mit der derzeitigen Erhöhung des Dammes ist ein Schutz für den Stadtkern hergestellt, der allerdings nur Teil einer Gesamtmaßnahme ist. Die derzeitige Deichbaumaßnahme kostet etwa 1 mio Euro, weil jedoch weitere Mittel fehlen, bleiben folgende Stadtbereiche vorläufig gegen ein 100-jährliches Hochwasser ungeschützt :

-der Bereich der Weberstraße -westlich der Probsteistraße, der Zulauf des Katzbaches erschwert hier die Beherrschung der Hochwassersituation
-der Bereich Cyriax -der gesamte Niederungsbereich in der Aggerschleife um das Schulzentrum Cyriax herum und weiter flussabwärts bis zum Bereich Gut Eichthal

Die nachfolgenden Bereiche werden ebenfalls als hochwassergefährdet bezeichnet, allerdings scheinen sie relativ weniger gefährdet zu sein, oder die Gefährdung kann mit geringerem Aufwand abgewendet werden. Zur besseren Beurteilung der konkreten Gefährdungen wird ein überarbeiteter Hochwasseraktionsplan erwartet :

-der Bereich am Aggersteg -flussabwärts bis Auelhof
-der Bereich Hammermühle -von der Mucher Straße flussaufwärts
-der Bereich an der Ringmauer -der Niederungsbereich zwischen Alte Mucher Straße und An der Ringmauer

Zu Frage 3 :
Für die Stadt Overath besteht ein Hochwasser-Alarmplan, der die Meldewege beschreibt, damit die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden können :
1. Das Staatliche Umweltamt Köln, Außenstelle Bonn, meldet die aktuellen Wasserstände der Agger an die Feuer- und Rettungsleitstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises.
2. Die Feuer- und Rettungsleitstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises benachrichtigt die Ordnungsbehörde in Overath.
Leitung und Koordinierung solcher Einsätze obliegen der Stadt und werden durch den Leiter der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt, nur bei Großschadensereignissen koordiniert der Kreis die Abwehrmaßnahmen.
3. Bei akuter Gefahr - Pegelstand 3,20 m mit steigender Tendenz - werden Freiwillige Feuerwehr, Bauhof Overath und städtische Vorgesetzte informiert.
4. Der Bauhof hält ständig 500 gefüllte und 2000 leere Sandsäcke bereit, sowie 15 t losen Sand.

Der Heimat- und Bürgerverein Overath meint dazu:

Soweit so gut, die Stadtverwaltung hat offenbar getan, was sie konnte - und dass wegen fehlender Geldmittel ein Restrisiko bleibt, scheint momentan nicht abwendbar, wir bestehen jedoch auf Terminzusagen für die zukünftigen, weiteren Maßnahmen.
Vorläufig bleibt der seit längerem angekündigte überarbeitete Hochwasseraktionsplan abzuwarten, mit dem die konkreten Abwehrmaßnahmen geplant werden können.
Aber: ob eine Vorhaltung von 500 Sandsäcken ausreichend ist ? Gewiss, es gibt Absprachen mit der Autobahnmeisterei und den örtlichen Baustoffhändlern, aber im Notfall könnte die Zeit zum Nachfüllen nicht ausreichen.

Am 18. Nov. 2004 fand zu diesem Thema eine Bürgerinformation statt, an der vornehmlich die Anlieger des Gebietes am Aggersteg teilnahmen. Die verbleibenden Gefahrengebiete wurden von der Stadtverwaltung bestätigt, und deshalb verlangt der Heimat- und Bürgerverein Overath die Erstellung eines Gesamtkonzeptes, in dem weitere Bauabschnitte (Dammbauten) einzeln benannt und festgelegt, durchgeplant und nach Prioritäten geordnet sind - damit die betroffenen Anlieger eine Terminvorstellung erhalten und bei Verfügbarkeit von Geldern sofort mit dem Bau begonnen werden kann.

© E. Dommer

 

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